Die Stadt Neckarbischofsheim stellt sich vor

 

- Führer durch die Stadt und ihre Baudenkmäler -

Rundgang

Ausgangspunkt für einen Rundgang ist der in Stadtmitte gelegene Marktplatz. Von hier aus führt der Rundgang in nördlicher Richtung durch den Schloßpark, vorbei am Neuen Schloß, am Steinernen Haus (Altes Schloß) mit Parksee und am Prachttor. Den Park durch die nördliche Pforte verlassend, geht es weiter zur Totenkirche mit ihren vielen Grabdenkmälern und gotischer Wandmalerei. Nach deren Besichtigung führt der Weg in südlicher Richtung durch die Hauptstraße, vorbei an der Zehntscheune bis zur Stadtkirche, von dort aus östlich in die Schulgasse, vorbei an den Mauerresten der ehemaligen Synagoge, zum Schulzentrum mit der Grund- und Hauptschule sowie dem Adolf-Schmitthenner-Gymnasium. Vom hinteren Pausenhof hat man einen schönen Blick zum Freibad wie zum Hallenbad, in deren Hintergrund die Randzonen des Mühl- und Forstwaldes sichtbar werden. Vom Gymnasium führt der Rundgang westwärts über die Obere Turmstraße, vorbei an der katholischen Pfarrkirche, zum Fünfeckigen Turm mit heimatgeschichtlicher Sammlung. Bei der Besichtigung des Turmes vergessen Sie nicht, Ihren Blick über die zu Füßen liegende Altstadt schweifen zu lassen. Vom Turm geht es hinunter zur Bergstraße und weiter über die Hauptstraße zum Marktplatz, wo sich abschließend eine Besichtigung der Stadtkirche mit der sehenswerten Alabasterkanzel im Innern lohnt.

Die Baudenkmäler in Neckarbischofsheim

In den Burgen, den Schlössern und Wehranlagen hat die Stadt - neben den Kirchen - die ältesten Bauwerke, die heute noch ganz oder teilweise erhalten sind. Im Verlauf ihrer jahrhundertelangen Geschichte haben sie jedoch manche Änderungen erfahren. Die Wohngebäude wurden „modernisiert", bei Bedarf umgebaut oder erweitert. Gebäudeteile wurden abgerissen oder durch einen Brand zerstört und nicht wieder aufgebaut. Manche Geheimnisse aus seiner Vergangenheit gibt ein Bauwerk preis, anderes bleibt rätselhaft. Es gibt zwar in der „brüderlich Helmstädtischen Mutschar und Erbeinigung" vom 10.04.1420 eine Beschreibung der gesamten Burganlage, aber sie bezieht sich nur auf den damaligen Bestand und es fehlen natürlich alle Angaben über die Größe (Grundrisse) der Gebäude und über die Ausdehnung der Gesamtanlage. Nur für das „neue Steinhaus" existiert ein Plan aus dem Jahr 1829, und für die Alexanderburg hat Graf Max von Helmstatt im Jahr 1890 eine Rekonstruktion angefertigt.

 

Die nachfolgende Beschreibung geht in Kurzform auf die Besonderheiten der Sehenswürdigkeiten ein.

Altes Schloß,

Im Jahre 1274 wurden Dieter von Helmstatt die Burg und seine Besitzungen zu Bischofsheim von König Rudolf von Habsburg als Reichslehen anerkannt. In sumpfigem Gelände gebaut, von Wasser umgeben, ruhte der Wohnturm auf einem Eichenrost und war vermutlich nur durch eine Öffnung im oberen Stockwerk zugänglich. Bereits im folgenden Jahrhundert wurde unter den Brüdern Raban III. und Wiprecht dem Alten um das Jahr 1368 das Schloß durch den Anbau des heute noch bestehenden Palas erweitert. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde durch einen weiteren Graben die Vorburg in die Burganlage einbezogen. Im Jahr 1546 wurde das Treppentürmchen errichtet. Die Inschrift über dem Eingang weist Philipp von Helmstatt und seine Frau Margarethe von Neipperg als die Erbauer aus. Den Wappen der beiden, dem Raben der Herren von Helmstatt und den drei weißen Ringen auf rotem Grund der Herren von Neipperg begegnet man nicht nur im Treppenturm, sondern auch immer wieder im Rittersaal, ein Hinweis darauf, daß damals nicht nur der Treppenturm gebaut, sondern auch das Schloß einem größeren Umbau unterzogen wurde. So wurde der gotische Erker, welcher der Fassade ein eigenwilliges Aussehen gibt, in jener Zeit errichtet. Insgesamt wendete Philipp von Helmstatt für den Umbau des Schlosses 4000 Gulden auf.

Das Schloß diente in der Zeit der umfangreichen Bauarbeiten zwei Familien als Wohnstätte. Außer dem kurpfälzischen Rat Philipp von Helmstatt wohnte Johann von Helmstatt zu Bischofsheim mit seiner Familie im „Steinernen Haus". Nachdem im Jahre 1966 die Bischofsheimer Linie der Herren von Helmstatt ausstarb, kam das Schloß im Jahr 1975 in den Besitz der Stadt. In den Jahren 1976-1978 erfolgte eine umfassende Restaurierung mit Unterstützung des Landesdenkmalamtes. Hierbei wurden im Innern beachtenswerte Malereien entdeckt und freigelegt.

Der älteste Teil des Gebäudes ist in den Resten eines ehemaligen Wehr- und Wohnturmes an der vorspringenden Altane zu suchen. Heute dient das „Alte Schloß" für Ausstellungen und der im ersten Geschoß restaurierte Rittersaal als Raum für Repräsentation und kleine Konzerte. Außerdem zählt er wohl zu den schönsten Trauzimmern Deutschlands.

Neues Schloß,

Bei den Umbauarbeiten am „Alten Schloß" im Jahre 1368 wurde die Burganlage wesentlich erweitert und Wiprecht der Alte baute vor die Vorburg das „Neue Steinhaus". Dieses Gebäude stand an der Stelle, an der das heutige „Neue Schloß" steht, welches als Winkelbau im Jahr 1829 errichtet wurde.

Das neue Steinhaus war ein rechteckiger Bau mit vier Stockwerken, das im Erdgeschoß eine Mauerstärke von etwa 1,50 m hatte. In späterer Zeit, als das Gebäude nur noch Wohnzwecken diente, erhielt es zwei parallel zueinander stehende Seitenflügel und ein Treppenhaus. Die Mauern der Anbauten waren wesentlich schwächer als die des alten Gebäudeteiles und somit für Verteidigungszwecke nicht mehr geeignet. Im Jahr 1991 faßte der Gemeinderat den Beschluß, das Gebäude an die Familie Heinrich Schäfer aus Michelfeld zu veräußern, welche das Gebäude mit der angrenzenden „Orangerie" in ein Hotel-Restaurant umbauen wird.

 

Prachttor,

erbaut 1590 im Stile der Renaissance von dem Heilbronner Meister Adam Wagner.

 

Brunnenweible,

Seenixe

Schloßbrunnen,

Überrest eines alten Marktbrunnens von 1610

Schloßsee,

neuangelegter, vom Wasser des Jakobsbrunnen gespeister Parksee

Pfarrkirche St.Johann - Totenkirche,

Der „Consens-Brief" aus dem Jahre 1330 erwähnt erstmals eine Pfarrkirche in Bischofsheim. Das Tauschangebot Rabans I. von Helmstatt vom Jahre 1329, indem er ein Drittel des großen Zehnten und des Pfarrsatzes gegen fünf Höfe zu Grumbach ( Grombach) tauschte, setzte eine solche Kirche voraus. Bei dieser Kirche handelte es sich zweifellos um die Johannes dem Täufer geweihte Pfarrkirche des Dorfes Bischofsheim, die erst viel später den Namen „Totenkirche" erhielt. Damals war die Totenkirche noch kleiner als heute. Am Ende des 16. Jahrhunderts wurde das Langhaus erweitert und erhielt eine Empore. Der Chor wurde bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts umgebaut und hatte wohl romanische Fenster, worauf die außen noch sichtbaren Ummauerungen hinweisen. Die Kirche dürfte jedoch in spätromanischer Zeit entstanden sein. Erst beim Umbau erhielt der Chor seine drei gotischen Fenster.

Auf dem Türmchen der Totenkirche hängt die älteste Neckarbischofsheimer Glocke, die vermutlich im Jahre 1466 gegossen wurde. Im Jahre 1908 wurden die Malereien in der Kirche, welche aus der Zeit von 1350 bis 1375 stammen dürften, entdeckt und in den Jahren 1910/11 restauriert. Von 1973 bis 1975 wurde die Totenkirche außen und innen renoviert. Damals wurde auch das große Fenster in der Nordseite, das um die Mitte des vorigen Jahrhunderts entstanden ist, durch ein kleines Fenster ersetzt, das anhand einer Zeichnung der Totenkirche aus dem Jahr 1832 hergestellt wurde.

Stadtkirche St. Salvator,

Wiprecht der Alte und seine Frau Anna von Neipperg ließen im Jahr 1386 die Marienkapelle in der Stadt errichten. Von der alten Marienkapelle weiß man jedoch nur sehr wenig. Als im Jahre 1543 der Glockenturm gebaut wurde, verband man damit die Einweihung der Kapelle. Von Anfang an erhielt der Turm eine Uhr sowie ein Geläut von vier Glocken. Im Jahr 1788 erhielt die Stadtkirche ein neues, dreistimmiges Geläut. 1610 begann nach dem Abbruch der Kapelle der Neubau der heutigen Stadtkirche. Jakob Müller aus Heilbronn war der Baumeister, der in fast dreijähriger Arbeit die Kirche im Stil der Spätrenaissance errichtete. Als „Templum Salvatoris" (Erlöserkirche) wurde im Jahre 1612 die Stadtkirche feierlich eingeweiht. Durch das Jahrtausendhochwasser im Jahre 1994 wurde das Innere der Stadtkirche erheblich beschädigt, so daß die Renovierungsarbeiten noch bis Ende 1996 erforderlich sind.

Fünfeckiger Turm,

so benannt nach seinem fünfeckig-asymmetrischen Grundriß und heute mit einer Bauhöhe von 24m als Wahrzeichen der Stadt Neckarbischofsheim geltend. Erbaut im Jahre 1448 im Zuge der zweiten Stadterweiterung und ursprünglich im oberen Teil zur Stadt hin offen. Bildete das Hauptbollwerk der ansonsten nur noch in Resten vorhandenen mittelalterlichen Befestigungsanlage mit weiteren Türmen, mit Stadttoren und Stadtmauer. Im Jahre 1726, als Türme und Mauern ihre strategische Bedeutung verloren hatten, wurde der Turm durch den Fachwerkaufbau mit Zeltdach geschlossen und erhielt damit seine heutige Gestalt. Spätestens seit Ende des 17. Jahrhunderts diente der Turm bis zur Eröffnung eines neuen Gefängnisses als Arrestlokal. Heute ist im Fünfeckigen Turm das Clubheim des Odenwaldclubs untergebracht, der im oberen Stockwerk eine „Schmitthennerstube" und in den übrigen Räumlichkeiten ein Heimatmuseum eingerichtet hat.

 

Alexanderburg - Rathaus, Alexandergasse 2

neben dem ehemaligen Rathaus, ehemaliges Amtshaus, auch „Alexanderschloß", dessen Hausgarten in drei Terrassen bis zur Stadtmauer anstieg. Das Alexanderschloß war damals neben dem alten und dem neuen Steinhaus das jüngste der drei Bischofsheimer Schlösser. Nach Graf Max von Helmstatt entstand die Alexanderburg in der Zeit Wiprechts des Alten (1378 - 1408 Herr von Bischofsheim). Da aber in jener Zeit das erstmals im Jahr 1420 erwähnte „neue Steinhaus" entstand, ist kaum anzunehmen, daß in derselben Zeit noch ein weiteres Schloß entstanden ist. Im Bereich der Alexanderburg lag auch das mittlere Tor, was darauf schließen läßt, daß beide gemeinsam zur Zeit der ersten Stadterweiterung entstanden sind und offensichtlich Bischofsheim damals drei Tore hatte. Die Alexanderburg hatte im 19. und 20. Jahrhundert eine recht wechselhafte Geschichte. Es fungierte als Amtshaus, Haushaltungsschule, Landwirtschaftsschule und diente der Raiffeisengenossenschaft als Lager und für den Verkauf. Nach dem Zweiten Weltkrieg bestand sogar kurz der Plan, es zu einem Kindergarten umzubauen. Ende 1987 kam das Gebäude in den Besitz der Stadt Neckarbischofsheim, und wurde von 1996 bis 1997 als letztes Objekt der Altstadtsanierung saniert und zum neuen Rathaus umgebaut.

Zehntscheune,

nördlich der Stadtkirche, erbaut 1570, mit mächtigen Eichenholzständern und Deckenbalken, Schlußstein der Tore mit Wappen der Herren von Helmstatt. Hier erfolgte die Lagerung der Vorräte und des herrschaftlichen Zehnten. Restauriert für 2 Mio. DM durch die evang. Kirchengemeinde. Seit 1989 evang. Gemeindehaus.

Rundturm der Stadtbefestigung

an der Nord-Ost-Ecke der Altstadt, am Ende der Brunnengasse beim Anwesen Umhau, noch teilweise erhalten. 14.Jhdt.

Jakobsbrunnen,

ältester erwähnter Quellbrunnen, in der Unteren Mühlbachgasse, mit Brunnenstube, ca. 16 Jhdt., 1831 renoviert.

 

 

Rentamthaus,

erbaut 1577, renoviert 1797, stattliches Fachwerkhaus im Stile der Renaissance.

Gasthaus "Zum Löwen",

etwa um die gleiche Zeit wie das Rentamthaus erbaut, ebenfalls ein stattlicher Fachwerkbau.

Kleiner Fünfeckturm,

Überreste der Stadtbefestigung nahe dem hinteren Tor an der Südwestecke der Stadt-befestigung, nahe des Schafhauses, wo die Mauer, welche die Stadt nach Westen absicherte, einen Knick zur Hauptstrasse machte. Grundriß ähnlich dem großen Bruder, jedoch eine Seite stadtseitig offen, 15.Jhdt.

Synagoge,

Mauerreste des im Jahre 1848 erbauten jüdischen Gotteshauses, im Bereich der ehemaligen Mühlhofstatt am Ende der Schulgasse. Ein Gedenkstein erinnert an die Zerstörung in der Reichskristallnacht.

Ehemaliges Bezirksamtsgebäude,

heute Apotheke, erbaut 1825, Weinbrennerschule

ehemaliges Rathaus, Hauptstrasse 27

erbaut 1843/1844

Gasthof "Drei König",

ehemalige "Herberge vor dem Stadttor", erbaut im 16. Jhdt., Umbauten und Erweiterung in späterer Zeit, Portal 1796.

Grundstein Grosser Brand von 1859,

am Haus Hauptstraße/Ecke Bergstraße


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